Eine Rollout-Strategie beschreibt den geplanten Vorgehensplan zur Einführung einer neuen Software, eines Prozesses oder einer digitalen Lösung in einer Organisation. Sie legt fest, in welcher Reihenfolge, in welchem Tempo und mit welchen Ressourcen ein Vorhaben ausgerollt wird.
Typische Vorgehensweisen
In der Praxis haben sich mehrere Ansätze etabliert: Beim stufenweisen Rollout startet die Einführung mit einer Pilotgruppe, bevor sie schrittweise auf weitere Standorte oder Abteilungen ausgeweitet wird. Der Big-Bang-Rollout hingegen bringt die Lösung zeitgleich für alle Nutzer live. Beim parallelen Rollout laufen altes und neues System eine Zeit lang gleichzeitig, um Risiken abzufedern.
Beispiele aus dem Gesundheitswesen
Führt eine Apothekenkooperation ein neues Warenwirtschaftssystem ein, startet der Rollout häufig in zwei bis drei Pilotapotheken. Erst nach Feinjustierung von Schnittstellen und Schulungskonzept folgt der flächendeckende Ausbau. Auch bei der Einführung von KI-gestützten Prozessen oder Dokumentenmanagementsystemen bewährt sich dieses Vorgehen.
Fallstricke
Rollout-Strategie und Projektplan werden oft verwechselt. Der Projektplan beschreibt das gesamte Vorhaben, die Rollout-Strategie fokussiert sich auf die Einführung beim Anwender. Wer Schulungen, Support und Change-Kommunikation vernachlässigt, riskiert Akzeptanzprobleme – unabhängig von der technischen Qualität der Lösung.
