Die Anforderungsanalyse ist die systematische Erhebung, Bewertung und Dokumentation aller fachlichen und technischen Anforderungen an ein Projekt, ein System oder einen Prozess. Sie bildet die Grundlage jeder erfolgreichen Digitalisierung und stellt sicher, dass Lösungen später tatsächlich zum Bedarf passen.
Was gehört zur Anforderungsanalyse?
Im Kern geht es darum, zwei Fragen zu beantworten: Was soll erreicht werden – und unter welchen Bedingungen? Dazu werden funktionale Anforderungen (welche Funktionen muss eine Lösung erfüllen?) und nicht-funktionale Anforderungen (Performance, Datenschutz, Usability, Schnittstellen) getrennt betrachtet. Typische Methoden sind strukturierte Interviews mit Stakeholdern, Workshops, Prozessbeobachtungen, Ist-Analysen bestehender Workflows sowie die Auswertung von Dokumenten und Kennzahlen.
Beispiele aus der Praxis
Vor der Einführung eines Warenwirtschaftssystems in einer Apotheke werden etwa Bestellprozesse, Schnittstellen zum Großhandel, Retax-Handling und die Anbindung an das Kassensystem erfasst. Bei einem Industriepartner kann es um die Automatisierung von Meldeprozessen an Behörden gehen – hier sind Datenformate, Fristen und Verantwortlichkeiten zu klären. In Kooperationen zwischen Spezialversorgern und Dienstleistern hilft die Anforderungsanalyse, Zuständigkeiten und Datenflüsse sauber abzugrenzen.
Typische Fallstricke
- Verwechslung mit dem Lastenheft: Das Lastenheft ist ein Ergebnis der Analyse, nicht die Analyse selbst.
- Zu enger Blick: Wer nur die IT-Sicht erhebt, übersieht organisatorische und rechtliche Anforderungen (z. B. DSGVO).
- Fehlende Priorisierung: Ohne klare Gewichtung entstehen überfrachtete Projekte.
Individuelle Lösungen werden auf die jeweiligen Anforderungen abgestimmt – Beratung und Umsetzung erfolgen nach gemeinsamer Analyse der bestehenden Prozesse.
